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"im:heimat:rausch" - Projekt 2010/11
Ästhetische Feldforschung in der Seestadt Cuxhaven
von Michael Weisser

Begrüssung zur Ausstellung
Frau Dr. Anne Frühauf
Kulturdezernentin von Cuxhaven
am Sonntag, den 10. April 2011

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Jothe, sehr geehrte Damen und Herren der Ratsfraktionen, sehr geehrte Damen und Herren.

Es war ein glücklicher Zufall, dass ich vor zwei Jahren mit dem Medienkünstler Mike Weisser in Kontakt kam. Es folgten gegenseitige Besuche. Ich erzählte ihm von dem Brockes-Projekt, dass hier in den benachbarten Räumen umgesetzt wird. Als in Cuxhaven geborener Künstler hatte er Feuer gefangen und ließ sich inspirieren anlässlich des 330. Geburtstages im September 2010 eine künstlerische Hommage an den Hamburger Politiker und Dichter zu schaffen. Schauen Sie gern im Anschluss dort hinein.
So begann unsere Zusammenarbeit.
In seiner multimedialen Auseinandersetzung mit dem Brockes-Gedicht „Das Wasser“ spannt er einen ästhetischen Bogen zwischen dem 18. Jh. des Barock zum 21. Jahrhundert unserer digital-vernetzten Medienwelt.

Mike Weisser zählt zu den Pionieren der Computerkunst in Deutschland. Er studierte von 1967-1972 Bildende Kunst, sakrale und experimentelle Malerei und Grafik an den Werkkunstschulen in Köln und im Anschluss bis 1978 weiter Kunstgeschichte, Soziologie, Kommunikations-, Erziehungs- und Politikwissenschaft in Bonn und Marburg.
Tätigkeiten u. a. als Dozent für Serielle Grafik und Video-Explorationen, Lehraufträge über Kunst im öffentlichen Raum, experimentelle Fotografie und Kunstmanagement, Gastprofessur zu Computerkultur und Computerkunst.

Auch ich freue mich sehr, Mike Weisser heute hier im Schloss Ritzebüttel begrüßen zu dürfen. Es ist eine besondere Ehre für die Stadt Cuxhaven, dass Mike Weisser den Reigen seiner deutschlandweiten Retrospektive seiner künstlerischen Biografie mit der Ausstellung „im:heimat:rausch“ in Cuxhaven beginnt.

Heimat – ist eines der künstlerischen Kernthemen von Mike Weisser. Seine Heimat ist Cuxhaven – der Deich, die wogende See, der Duft von Watt und Tang, die wilden Wolken, das Rauschen von Wasser und Wind.
Die Erlebnisse seiner Kindheit haben ihn geprägt, und die Prägung ist als Inspiration tief in seinem künstlerischen Werk verankert.

Das Thema Heimat ist für ihn nicht verklärte Vergangenheit, sondern er beschreibt sie als „reale und widersprüchliche Lebenswelt, gebildet aus einem Netz von Düften, Geräuschen, Bildern, Worten Sehnen und Süchten“.
Vor diesem Hintergrund hat Mike Weisser ein Jahr lang seine „ästhetische Feldforschung“ durchgeführt. Mit diesem Vorgehen hat er seine für Cuxhaven geschaffene Werkserie in digitaler Fotografie, mit Projektion, Assemblagen und Objekten extrahiert.

„im:heimat:rausch“ wird bewusst in der Keimzelle der Stadt Cuxhaven, hier im Schloss Ritzebüttel, gezeigt. Ermöglicht hat uns diese Ausstellung die Förderung durch den Landschaftsverband Stade. Dem ich hierfür sehr dankbar bin.

Diese medienübergreifende Installation bildet den Auftakt für eine Serie von Ausstellungen aus dem vielfältigen Werk von Mike Weisser, die über Bonn, Bremen Trier wandert und im Zentrum für Kunst und Medientechnologie in Karlsruhe (abgekürzt ZKM genannt) mit einer fünften Ausstellung mit dem Titel „all:about:sehnsucht“ ihren Abschluss findet. Zu dem medialen Gesamtwerk ist ein sehr spannender, ästhetisch hochwertiger Katalog erschienen, den Sie hier im Schloss erwerben können.

Mike Weisser arbeitet in den Medienfeldern Bild, Klang und Wort im Grenzbereich zwischen analoger und digitaler Verarbeitung von Daten. Hier liegt der Grund, weshalb das renommierte ZKM im Jahr 2008 das komplette Werk des Künstlers als „exemplarisches Beispiel für Computerkultur in Deutschland“ übernommen hat.

Freuen Sie sich jetzt mit mir auf die Einführung in Arbeit und Werk von Mike Weisser durch den Kulturkritiker Dr. Rainer Bessling.

Vielen Dank





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